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NOW 03 

Auswahl der Ob- und Nidwaldner Kunst 2003

Verleihung des Kunstpreises 2003 an Judith Albert
Stans, 10. Oktober 2003

Beründung des Entscheides:

Die Jury, bestehend aus dem Künstler Jean-Luc Manz, der Sammlungskonservatorin des Kunstmuseums Luzern Cornelia Dietschi, der Künstlerin und Vertreterin der Kunstkommission Obwalden Gabriela Staub-Haas, dem Kunstvermittler und Vertreter der Kunstkommission Nidwalden Urs Sibler und der Kulturjournalistin Nadine Olonetzky, haben entschieden, Judith Albert den diesjährigen, mit Fr. 20'000.- dotierten Kunstpreis zu verleihen. Der Entscheid fiel nach einer intensiven Diskussion, in der auch die Qualität anderer herausragender Werke eingehend zur Sprache kam, eindeutig aus.

Judith Albert überzeugte die Jury mit ihrem 2003 entstandenen Video «Pomeriggio». Es zeigt ein von einem Vorhang verdecktes Fenster: Zartes Nachmittagslicht schimmert in wechselnder Intensität durch den Stoff, da der Wind den Vorhang vor- und zurückweht. Es ist eine pulsierende Bewegung zu sehen, als atme der Vorhang ein und aus. Begleitet wird dieses ruhig-bewegte Bild von einer Tonspur. Man hört Stimmen, Musikfetzen, Hundegebell und Vogelgezwitscher - die Geräusche eines südlichen Hinterhofs vielleicht oder der Strasse einer im Süden gelegenen Stadt. Ob es wirklich eine italienische Stadt ist, wie der Titel suggeriert, ist nicht bedeutsam. Es ist vielmehr die universelle Kraft dieses aufgenommenen Moments, die berührt.

Auf sehr stimmige Weise vor einem tatsächlich existierenden Fenster des Museums installiert, gelingt es Judith Albert, mit dieser poetischen Videoarbeit Ferne und Nähe, Innen- und Aussenwelt zu verbinden und sowohl eine nachdenklich-kontemplative Stimmung auszulösen wie auch in jedem Betrachtenden eine Vielzahl erinnerter Bilder wachzurufen, die heiter und fröhlich sind: Wer hat nicht schon - an einem Nachmittag schläfrig auf dem Bett liegend - dem Wind im Vorhang zugesehen?

Der Preis würdigt das jetzt ausgestellte Video und das bereits beachtliche Werk der 1969 in Alpnach geborenen und heute in Zürich lebenden Künstlerin.

Nadine Olonetzky, Jurypräsidentin

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